Erste Corona-Infektionen nun auch in Afrika

Mittlerweile sind wir fast 3 Wochen von unserer 14-tägigen Reise nach Tanzania zurück. Eigentlich sollten hier schon neue Blogbeiträge über die Erlebnisse mit den Kindern, unsere Arbeit und neue Projektentwicklungen  veröffentlicht sein. Leider hat uns die „Coronawelle“ in Deutschland einen deutlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch wir waren, wie so viele, zeitlich sehr eingespannt. Wir mussten uns auf die neue Situation einstellen und darauf reagieren. 

Letzte Woche ist Mia, die uns als Volontärin seit August 2019 sehr engagiert bei der Arbeit vor Ort unterstützt hat, vorzeitig abgereist. Es wurden die ersten, mit dem Covid-19-Virus infizierten Patienten in Tanzania diagnostiziert. Uns wurde berichtet, dass die Stimmung in Moshi zunehmend angespannter empfunden wurde, weil man davon ausgeht, dass die Europäer die Erkrankung eingeschleppt haben.

Eine Studentin aus der Schweiz, die wir in Moshi kennengelernt haben, hat kurz vor ihrer vorfristigen Rückkehr nach Hause gepostet: „…from being called „mzungu“ in the streets to „corona“ in just one day……crazy time…

Der Flugverkehr aus Moshi wurde nach und nach eingestellt, so dass eine Abreise immer schwieriger erschien. Heute wissen wir, dass die Entscheidung abzureisen richtig war. Obwohl Mia sehr traurig war, die Kinder, Peter und Rose kurzfristig verlassen zu müssen. Die mit viel Liebe begonnenen Zahnputzprojekte hat sie gerade noch rechtzeitig abschließen können. Darüber werde ich in einem Blogbeitrag in den nächsten Tagen berichten.

Nur wenige Tage später erreichte uns die Nachricht von unserer Partnerorganisation, dass in Tanzania die Schulen und Internate, zunächst für 30 Tage, geschlossen werden. Alle Kinder müssen nach Hause gehen. Für unsere Kinder wurde organisiert, dass sie in der Schule bleiben können. Wo sollten sie sonst auch hingehen? Keines der Kinder hat ein sicheres Zuhause, die meisten keine Eltern. Um den Kindern den Aufenthalt ohne ihre Freunde so angenehm wie möglich zu machen, haben wir gemeinsam einen besonderen Speiseplan für die nächsten vier Wochen erstellt und zusätzliche Mittel freigegeben. Die Kinder verbringen die Zeit mit den mitgebrachten Spielen, Büchern und Bastelmaterial. In Kahe ist gerade Regenzeit. Heute haben wir Bilder von fröhlichen Kindern mit den neu angeschafften Gummistiefeln bekommen.

Regenzeit in Kahe: Unsere Patenkinder freuen sich über ihre neuen Gummistiefel

Die Regierungen in Afrika haben sehr früh auf die ersten bekannt gewordenen Fälle von Covid-19-Infektionen reagiert. An einigen öffentlichen Plätzen wurden Handwaschplätze eingerichtet. Die Empfehlung, Abstand zu halten, um die Infektionsgefahr zu senken, ist jedoch meist nicht umsetzbar. Vor allem bei den Menschen, die sehr arm sind. Wir haben Familien besucht, wo acht Personen in einem Raum in einer Lehmhütte leben, ohne Wasser und sanitäre Anlagen. Außerdem können weite Teile der Landbevölkerung nicht über die Erkrankung und die Infektionskette aufgeklärt werden.

Wir hoffen sehr, dass Afrika nicht zu stark von Covid-19 betroffen sein wird. Unvorstellbar, wenn hier viele Menschen schwer erkranken würden und intensivmedizinische Hilfe bräuchten.